Als ich das allererste Mal die Rauhnächte begann, war ich eine gestresste Unternehmerin mit Mann und kleinem Kind und hatte überhaupt nie Zeit, schon gar nicht während der Feiertage. Trotzdem reizte mich die „Herausforderung“ eines Retreats und ich kaufte mein erstes Kartenset, ein paar Stearinkerzen und befolgte die Anweisungen aus dem Script des vermutlich ersten Rauhnacht E-Mail-Kurses. Vieles war mir unklar, ich ärgerte mich über Rechtschreibfehler und fühlte mich nicht richtig wohl mit den Engeln und Meistern, die ich zu Hilfe bitten sollte. Dennoch, die kurze Zeit die ich mir selbst täglich am späten Abend „stahl“, zahlte sich mehr aus, als die meisten anderen Aktivitäten meines damaligen Lebens. In der Ruhe liegt die Kraft und so fühlte ich zum ersten Mal, das ich mehr bin, als ein Rädchen im Getriebe. Dass da mehr ist … – und dass ich es wahrnehmen kann! Wohltuend, befreiend, mystisch… – das folgende Jahr brachte mich viele Schritte weiter und ich kam damals aus einem tiefen Tal heraus. Nie wieder habe ich seither eine Rauhnacht ausgelassen, ganz egal, ob ich auf Verwandtenbesuch war oder selbst Gäste empfing. Ich räucherte, genoss die Zeit mit der Familie und den Tieren und tankte Visionen auf Wanderungen durch die Landschaft und bei der abendlichen Meditation. Ich habe das nie bereut.
– Pia –