Dinge, die dich vom Glücklichsein mit deinem Tier abhalten

Lena sitzt abends auf dem Sofa. Es ist ruhig in der Wohnung. Neben ihr liegt Molly, eingerollt wie so oft. Und dann beginnt es wieder. Dieses Kratzen. Erst sanft. Dann intensiver. Lena richtet sich auf. Beobachtet. Sie zählt innerlich mit. „Schon wieder.“ Ihr Körper spannt sich an, noch bevor sie es bewusst merkt.

Molly juckt sich seit Wochen am Ohr. Mal mehr, mal weniger. Heute war es schon 6 Mal. Es gab bereits drei Tierarztbesuche bei zwei Tierärzten, ein anderes Futter, eine Salbe, ein Spezialshampoo. Lena hat gelesen, recherchiert, Foren durchforstet. Sie kennt inzwischen Symptome, die sie vorher nie gehört hat. Allergien. Milben. Futtermittelunverträglichkeit. Stress. Autoimmun. Was ist es wohl bei Molly? Vielleicht mehreres gleichzeitig?

Nachts liegt Lena wach und diskutiert die Sache mit Chat GPT auf dem Handy.

Tagsüber beobachtet sie Molly mit einem neuen, besorgtem Blick. Früher war Molly einfach ihre liebe Katze, liebevoll, schnurrend, eigenwillig. Heute ist da ein sensibles System, das analysiert werden muss. Jeder Kratzer bekommt Bedeutung. Jedes Innehalten von Molly wird zum möglichen Hinweis. Manchmal jucken sogar Lenas eigene Ohren… das kann sie wirklich niemandem erzählen… jeder würde sie für verrückt halten.

Lenas Fall ist wahr und leider ist sie längst nicht die Einzige, mit genau demselben Problem!

Es ist nicht so, dass Lena übertrieben reagiert. Sie liebt ihre Katze und hat sehr viel Mitleid mir ihr. Sie möchte Molly helfen, weil sie annimmt, dass es Molly sehr schlecht geht. Sie möchte alles richtig machen und eine schnelle Lösung finden. Koste es was es wolle.

Und genau hier an dieser Stelle wird es gefährlich. Das Glück von Tier und Mensch ist in Gefahr!

Lena hört Podcasts, liest Artikel, spricht mit anderen Katzenhalterinnen. Und je mehr sie hört, desto größer wird die Unsicherheit. Jede hat eine andere Meinung. Die eine schwört auf Rohfütterung, die nächste auf Premium-Trockenfutter. Die eine würde sofort Blutwerte bestimmen lassen, die andere sagt, man solle erst einmal abwarten.

Lena merkt, wie sie innerlich immer kleiner wird. Sie denkt: „Irgendwo da draußen gibt es eine richtige Antwort, die ich nur noch nicht gefunden habe“.

Was sie gar nicht mehr richtig wahrnimmt: Katze Molly liegt zwischendurch ganz entspannt da. Sie spielt. Sie frisst. Sie sucht Nähe. Der Juckreiz ist manchmal da – ja. Aber sie bleibt eigentlich recht cool damit und geht ihren üblichen Interessen nach. Sie spürt allerdings Lenas Stress deutlich.

Vielleicht kennst du das in einer anderen Form. Vielleicht nicht mit Juckreiz, sondern mit Verdauung, Verhalten oder Training. Vielleicht hast du keine Katze, aber einem Hund oder ein Pferd, wo es immer wieder zu Herausforderungen kommt. Der konkrete Anlass ist austauschbar. Was bleibt, ist dieses Gefühl: „Ich muss die richtige Lösung finden.“

Und so verschiebt sich das Glück in die Zukunft. „Wenn das endlich weg ist, dann kann ich wieder entspannen.“ „Wenn ich die richtige Lösung finde, dann wird alles gut.“

Doch was, wenn nicht das Symptom dich vom Glücklichsein abhält?

Vielleicht ist das Problem sogar wegen etwas ganz anderem da?

Was, wenn deine Anspannung längst Teil des Systems geworden ist und immer wieder Dinge passieren, eben weil du gestresst und unsicher bist?

Tiere reagieren auf unser inneres Erleben. Auf unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Energie, all diese Aspekte können sie wahrnehmen, da sie in unserem Energiefeld sind. Wenn Lena Molly betrachtet, sieht sie nicht nur eine Katze an, sondern sie sendet auch etwas Unsichtbares zu ihr hin. Im beschriebenen Fall Sorge. Kontrolle. Dauerbeobachtung.

Und vielleicht spürt Molly das genauso deutlich wie den Juckreiz. Das bedeutet nicht, dass du Symptome komplett ignorieren solltest. Aber es bedeutet, dass Glück nicht erst dann entsteht, wenn alles perfekt ist.

Glück entsteht in Momenten von Präsenz.

In dem Augenblick zum Beispiel, in dem Lena sich neben Molly setzt, ihr die Hand auf ihr Fell legt und nicht analysiert, sondern „einfach da ist“ und die gemeinsame Zeit genießt.

Vielleicht ist das, was dich vom Glücklichsein abhält, gar nicht das Verhalten oder die Probleme deines Tieres. Vielleicht ist es eher die Tatsache, dass du dauernd versuchst, Brände zu löschen, sprich: Probleme zu lösen. Kaum ist eines gelöst, ist das nächste im Anmarsch. Du kommst nicht zur Ruhe!

Was ist der Ausweg aus dem Dilemma des verlorenen Glücks?

Du kannst deinem Tier nicht helfen, wenn du selbst im Dauerstress und Notfallmodus bist, wenn du unsicher und sorgenvoll bist. Wenn du „in der Angst“ bist, wie Energetiker es nennen würden. Wenn dein Tier in einem akuten Notfall wäre, sind heftige Gefühle nachvollziehbar und nützlich, weil sie dich zum Handeln bringen. Aber die meisten Tage besteht kein Notfall. Du darfst dir die Zeit nehmen, dein inneres Gleichgewicht wieder herzustellen und das Zusammensein mit deinem Tier zu genießen. Eines Tages wird es vielleicht alt und gebrechlich sein, und da möchtest du sicher auch nicht nur auf seine körperlichen Einschränkungen fokussiert sein, sondern seinen Lebensabend genießen und seine schönen Weisheiten hören.

Ein wunderschöner Nebeneffekt, wenn du in dieser inneren Balance und Kraft bist: Es geschehen im Außen weniger Herausforderungen. Und wenn eine kommt, findet die passende Lösung dich – fast von allein.