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Leon – ein Tierschutzhund mit Vertrauensproblem

Leon – ein Tierschutzhund mit Vertrauensproblem

Leon ist ein 6-jähriger Mischlingsrüde, der vor zwei Jahren aus Griechenland zu seiner heutigen Familie kam. Er ist kastriert.

Anlass der Tierkommunikation:

Leon ist nach zwei Jahren in seiner jetzigen Familie (Ehepaar mit zwei Kindern) noch immer sehr verspannt und misstrauisch. Er leidet unter Schüchternheit und Ängsten, vor allem wenn er wenige Stunden am Vormittag allein bleiben soll. Nur zum Frauchen hat er ein bisschen Vertrauen gefasst und er hat sich voll auf sie fixiert. Mit den anderen Familienmitgliedern ist er nach wie vor sehr ängstlich.

Tiergespräch mit Leon

Zunächst nähere ich mich Leon um mich vorzustellen und mir ein Bild von seinem Wesen und seiner Befindlichkeit zu machen.

Erster Eindruck

Leon kommt mir zögernd ein paar Schritte entgegen. Er kennt es, das man über ihn spricht. Aber eine fremde Person, die Tierkommunikation machen möchte, das kennt er noch nicht.

Anfangs hält er Abstand, zeigt mir seine Unsicherheit. Gleichzeitig ist er sehr aufmerksam und beobachtet. Er fühlt sich wohl beim Beobachten. Er hat kein starkes Selbstwertgefühl, sondern sogar fühlt sich minderwertig und unnütz.

Gleichzeitig sehe ich, dass er ein ganz fröhlicher Hund sein kann. Er kennt sehr leichte und fröhliche Zeiten. Vor allem, wenn er mit Maria zusammen ist. Maria ist sein Mittelpunkt. Er zeigt mir eine ca. 40-jährige Frau mit längeren dunkelblonden Haaren. Mit ihr fühlt er sich sicher und wohl. Von Anfang an.

Hast du dich als junger Hund/ Welpe sicher und geschützt gefühlt?

Nein. Seine Mutter hatte bereits Angst. Leon hat wenig Grundvertrauen.

Zu seiner Herkunft kann er mir nicht viel sagen. Es war ein Ort, an dem es mehrere andere Hunde gab, wie ein Schuppen. Es gab keine direkte persönliche Betreuung für die Hunde. 

Fühlst du dich in deinem Zuhause und mit deinen Menschen wohl?

Leon zeigt mir seine Menschen, Maria und ihren Mann/ Lebenspartner (beide schlank, sportlich) und sie haben auch Kinder (eines davon ein Mädchen). Und drei Katzen. Er beschreibt mir das Haus im Detail. Eigentlich fühlt sich Leon wohl in seinem Zuhause. Die Katzen findet er nicht immer so toll. Sie nehmen zu viel Raum ein, wie er findet. Aber er ist auch nicht giftig ihnen gegenüber.

Leons Problem hat seelische, aber auch organische Ursachen. Ich spüre bei ihm eine Blockade im Bereich der Nieren und des Nervensystems. 

An anderen Hunden ist Leon schon vorsichtig interessiert, aber zurückhaltend. Nach Hundefreunden befragt, kann er mir keinen zeigen. „Da gibt es niemand“. Er fühlt sich „isoliert“.

Warum vertraust du keinem anderen in unserer Familie außer Maria?

Maria ist und war immer schon seine Ansprechpartnerin. Bei ihr fühlt Leon sich sicher. Die starke Bindung an Maria nervt sie aber auch manchmal. Dann ist sie genervt und weist ihn auch schon mal zurück. Das verunsichert Leon sehr und es verstärkt sein Dilemma.

Leon ist insgesamt ein sensibler, heikler Charakter. Mit Kindern fühlt er sich nicht so entspannt, obwohl er sie mag und eigentlich auch beschützen möchte. Aber sie reagieren nicht immer so kontrolliert, wie er es braucht, daher hält er sich eher an Maria für seinen eigenen Schutz.

Was würde dir helfen, um dich sicherer und wohler zu fühlen?

„Es wäre schön, wenn ich nicht der einzige Hund in der Familie wäre. Außerdem finde ich es toll, wenn ich mehr machen könnte. Ich würde auch gern wissen, warum ich eigentlich hier bin. Was ist meine Aufgabe?“

Ich bedanke mich bei Leon für die übermittelten Informationen und verspreche ihm, alles seinen Menschen mitzuteilen.

Wie es weiterging nach der Tierkommunikation

Im Telefonat mit Maria stelle ich fest, dass sie ein besorgter und feinfühlender Mensch ist, der es allen Recht machen möchte. Sie empfindet eine große Verantwortung dafür, dass Leon sich mit der gesamten Familie gut versteht. Sie fixiert sich sehr auf dieses Problem, vor allem auf die Enttäuschung der Kinder über den distanzierten Hund. Die Ergebnisse der Tierkommunikation bewegen Maria sehr, sie weint viel während unseres Gesprächs. Sie ist sehr skeptisch wegen eines möglichen weiteren Hundes, weil sie es Leon nicht zutraut. Und sie möchte nun erstmal intensiver und bewusster mit Leon umgehen, jetzt wo sie mehr Verständnis für sein Dilemma hat.

Sehr kurze Zeit später höre ich wieder von Maria, dass sie sich einen kleinen weiblichen Zwergspitzwelpen zugelegt haben, vor allem als Gefährten für die Kinder. Leon war nicht nach seinen Wünschen befragt worden und lehnt den Welpen rigoros ab, die Aufregung in der Familie ist sehr groß. Ich weise Maria darauf hin, dass es besser gewesen wäre, Leon aktiv vorher in die Auswahl einzubeziehen, da er heikel ist. Nach einem weiteren Gespräch mit Leon kann Leon aber beruhigt werden und die Vorteile des Familienzuwachses (auch für ihn) erkennen. Nach einer Woche akzeptierte er den Welpen und für Leon begann damit ein geselligeres, fröhlicheres Leben. Er blühte auf in seiner neuen Rolle als Leithund und Erzieher.

 


Tierkommunikatorin: Pia Mayen