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Muriel – Unsauberkeit bei einer Wohnungskatze

Muriel – Unsauberkeit bei einer Wohnungskatze

Muriel ist eine junge europäisch Kurzhaar Katze (1,5 Jahre alt). Sie ist kastriert und lebt seit dem Welpen alter als Wohnungskatze bei Beatrice. 

Anlass der Tierkommunikation:

Muriel pinkelt auf das Bett ihrer Besitzerin und Beatrice möchte die Ursachen herausfinden beseitigen, damit dieses – für sie unerträgliche – Verhalten aufhört. (Die Geschichte hat sich genau so zugetragen, Namen und Foto wurden zum Schutz der Privatsphäre verändert.)

Tiergespräch mit Muriel

Zunächst nähere ich mich Muriel und versuche sie kennenzulernen und ihre Befindlichkeit zu erfassen.

Mein erster Eindruck

Muriel ist interessiert an der Tierkommunikation, aber gleichzeitig möchte sie erstmal im Abstand bleiben. Sie schlägt unruhig mit dem Schwanz und ist sehr aufmerksam. Sie ist eine sensible, aber etwas unreif wirkende Katze. Sie strahlt eine gewisse Unzufriedenheit und Unterforderung aus. Sie ist es nicht gewöhnt, mit fremden Menschen zu kommunizieren. Sie hat wenig „erlebt“ in ihrem Leben. Muriel wirkt einsam und unzufrieden. Fast etwas depressiv erscheint sie mir.

Warum pinkelst du aufs Bett? Bzw. warum hast du wieder damit angefangen?

Beleidigt und verunsichert zieht sie sich bei dieser Frage zurück. 
Sie zeigt mir, dass dieses Verhalten eine direkte Nachricht an ihren Menschen Beatrice ist. Sie möchte damit ausdrücken, dass sie sich einsam und vernachlässigt fühlt. Muriel fühlt sich nicht genug beachtet und manchmal wie eine Nebensache.

Der Tag ist sehr lang um sich in der Wohnung allein zu vergnügen. Sie ist eine junge Katze und ihr fehlen Abwechslung und Anregung. Sie berichtet, dass Beatrice von morgens bis abends weg ist und sie sich viel langweilt. Vor allem, wenn Beatrice abends noch weggeht ist es schlimm für Muriel. Da fühlt sich Muriel nicht genug wahrgenommen.

Beatrice ist eine schlanke Frau mit längeren dunklen Haaren, die aus Muriels Sicht viel unterwegs und für sie manchmal schwer zu greifen ist. Muriel hat das Gefühl, sie kommt nicht zu ihr durch.

Was kann Beatrice tun/ändern, damit du es nicht mehr machst und nur dein Katzenklo benutzt?

Hier kommt von Muriel eine klare Botschaft an Beatrice: „Mach mein Leben so, dass es mir gut damit geht. Dann denke ich gar nicht mehr daran, irgendwo hinzupinkeln. Ich fühle mich nämlich auch nicht wohl dabei, wenn ich das tue! Nur weil ich offenbar ganz normal auf dich wirke, bin ich längst keine glückliche Katze. Versuche dich in mich einzufühlen.“

Warum bist du so schreckhaft und unsicher, wie kann Beatrice dir da helfen?

Keine Antwort.

Wovor hast du Angst?

„Wenn etwas laut ist. Wenn etwas neu ist oder anders.“ Muriel ist unsicher und unflexibel. Sie hat Anpassungsstörungen und fühlt sich tendenziell schnell ausgeliefert, ihr fehlt Selbstbewusstsein und Urvertrauen.

Seit wann hast du Ängste und Scheu? Gab es einen Auslöser?

„Nein. Nichts was mir bewusst ist. Ich war immer so, glaube ich.“

Es scheint eine generelle Unsicherheit zu sein, Teil von Muriels Wesen, was vielleicht auch mit dem Mangel an Erfahrungen/ Erlebnissen in Muriels Leben zu tun hat. Inzwischen wirkt sie mir gegenüber aber viel zutraulicher und weniger aufgeregt.

Wünschst du dir etwas, kann Beatrice etwas verändern, damit du dich sicherer und wohler fühlst? Sag es ihr gern direkt über mich.

„Schenk mir dein Herz! Nimm mich wahr und sorge dafür, dass es uns beiden gut geht. Tu was damit ich mich nicht so langweile. Ich brauche nicht nur ein bisschen Spielzeit, sondern möchte Teil von etwas sein.“ Beatrice spielt zwar öfters mit Muriel, aber das ist nicht genug für sie. 

Muriel zeigt mir zwei helle Zimmer in einer Etagenwohnung, die ihr zu Hause sind. Hier wartet sie auf Beatrice, fast ihr ganzes Leben schon. Es gibt zwar einige Möbel, auf die sie springen kann und auch einen Kletterbaum. Aber ansonsten ist die Wohnung nicht speziell für Katzen eingerichtet.

(es gibt keinen katzensicheren Balkon, Catwalk, Fensterplätze etc. ) Muriel kann aus dem Fenster blicken, aber da gibt es wegen der Höhe in der 2. Etage nicht viel zu beobachten.

„Ich brauche mehr Abwechslung und Kontakte. Mehr Dinge, die ich beobachten kann. Ich langweile mich. Es könnte auch eine zweite Katze sein. Oder kann ich woanders leben?“

Beatrice möchte, dass ich dich fragen, ob es OK für dich ist, wenn sie mal ein paar Tage weg ist (Urlaub) und dann die Nachbarin nach dir schaut?

„Nein! Ich möchte nicht allein bleiben den ganzen Tag und die ganze Nacht!“

Wie war dein Leben, bevor du zu Beatrice kamst, kann sie sich an etwas erinnern?

Muriel zeigt mir ein dunkles Gebäude, wo sie aufgewachsen ist (wie eine Scheune auf einem Hof). Sie hatte als junge Katze keinen engen Kontakt zu Menschen. Kam dann offenbar noch woanders hin (Zimmer, Pflegestelle oder Tierheim), wo sie Angst hatte. Erst bei Beatrice begann sie sich auf Menschen einzustellen und Vertrauen zu fassen.

Wie es weiterging nach der Tierkommunikation

Im Nachgang zu der Tierkommunikation führe ich ein langes Gespräch mit Beatrice. Sie ist einerseits vollkommen überrascht und auch schockiert über die Befindlichkeit ihrer Katze. Sie erzählt mir, dass sie tatsächlich ganztags arbeitet und Muriel dann immer allein ist. Abends geht sie selten weg, wegen Muriel. Aber gerade diese Einschränkung frustriert Beatrice sehr. Sie möchte eigentlich lieber noch öfter weggehen oder wegfahren, auch um vielleicht nochmal jemand kennenzulernen. Auf die Frage, warum sie Muriel zu sich geholt hat, erzählt sie mir, dass sie nicht so allein sein möchte. Muriel soll ihr Gesellschaft an den einsamen Abenden als Single leisten. Sie hatte bislang noch nie eine Katze und wusste nicht, dass Muriel als Wohnungskatze in den vielen Stunden ohne Gesellschaft vereinsamt. Beatrice ist vollkommen überrascht, dass Muriel wegen ihrer Abwesenheit und dem Mangel an Zuwendung so unglücklich ist. Sie dachte, man könne Katzen gut allein halten in einer Wohnung. Die Unsauberkeit von Muriel ist eine direkte Botschaft an Beatrice und zeigt den Grad ihrer Frustration.

Beatrice geht in den nächsten Wochen intensiver auf Muriel ein. Sie überlegt eine Lösung und findet schließlich eine ältere Nachbarin, die sich bereit erklärt, täglich eine Zeitlang in der Wohnung bei Muriel zu verbringen. Nachdem dies zu einer sofortigen Verbesserung geführt hat (Muriel hat seither nicht mehr in die Wohnung uriniert), ist sie überzeugt davon, dass die Ergebnisse aus der Tierkommunikation stimmten. Sie betrachtet ihre Katze nun mit anderen Augen und überlegt, eine zweite Katze zu sich zu nehmen, damit Muriel gar nicht mehr allein sein muss.

 


Tierkommunikatorin: Pia Mayen